In “Report München” wurden gerade das uneigennützige Gebaren der FDP aufs Korn genommen. Den Machern der Sendung sei auch noch der folgende Leckerbissen empfohlen: “Netzwerk mit Nutzwert“.
Wenn Sie die nächste Hotelübernachtung planen, lohnt es sich wirklich, eine Mitgliedskarte der Splitterpartei zu haben.
Wulff will zwar heute eine Erklärung abgeben, aber ich denke, den Schlamassel bekommt er nur schwer von den Hacken.
Früher oder später wird wieder der 30 Tage Countdown ticken, in dem ein neuer Bundespräsident festgelegt gewählt werden muss. Und spätestens dann beginnt das Dilemma. Immer wieder taucht der Name Gauck auf als möglicher Nachfolger auf.
Würde man sich auf ihn einigen, wäre das der größtmögliche Gau für die Regierung Merkel, denn sie würde damit zugeben, dass sie bei ihrer Klüngelei bei der letzten Wahl maximal daneben gelegen hat. Merkel dürfte in diesem Fall Gabriels Grienen noch monatelang im Schlaf verfolgen.
Ich selbst war auch von Gauck bei der letzten Kandidatenlese nicht sehr überzeugt.
Freiheit – so lautete jedes zweite Wort, was er in seinen Reden verwendete. Freiheit ist aber nur ein Teil der Gerechtigkeit, kann ohne sie nicht existieren.
Davon können etliche Millionen im Lande ein Lied singen. Und manche hatten die Frechheit am Anfang der Woche zu demonstrieren und nannten dies auch noch “Montagsdemo”. “Töricht” nannte dies Joachim Gauck, obwohl es um die Freiheit ging, ein Leben in Würde zu führen.
Viele zweifeln am Amt des Bundespräsidenten. Nein, wir brauchen es gerade jetzt dringend. Wir brauchen eine Person, welche über den Dingen steht, nicht seinen Wahlmännern Untertan ist. Deshalb muss er direkt gewählt werden.
Er sollte ein Querulant sein, Opposition zu allen Parteien im Bundestag sein.
Nachtrag: eine Betrachtung zu Gauck auf “Mein Politikblog“.
Der CSU-Generalsekretär will mit einem Verbotsverfahren die Staatsgelder der Linkspartei einfrieren. Sie seien Gegner der Demokratie.
Dem setzen wir doch was entgegen: Eindrucksvolle Aufklärungsserie der Frankfurter Allgemeinen zur Finanzkrise und Demokratie.
Nicht mal dem CSU General dürfte entgangen sein, dass die Linke in vielen Bereichen der derzeitigen Entwicklung (leider) zu einhundert Prozent recht haben.
Die CSU will ganz einfach ihre Feindbilder pflegen, was aber derzeit nicht mehr so einfach ist, da bei der derzeitigen Systemkrise zusehends die Argumentation wegbricht.
Natürlich gibt es in der Linken radiakle Kräfte. Aber genau wie im Fall des angestrebten NPD Verbotes scheut man sich vor einer inhaltlichen Auseinandersetzung. Und dies ist genau der Punkt, mit dem die Politik ihre Feigheit beweist, Dobrindt voran.
Denn es ist einfacher große Reden zu schwingen, als über die Missstände nachzudenken, welche zum Erstarken der politischen Ränder führt.
Gelogen, Vorteil genommen und und verklärt. Es wird höchste Zeit, dass Christian Wulff seinen Hut nimmt. Nun hat er auch noch versucht, auf die Presse Einfluss zu nehmen, wenn man Bild so nennen kann.
Die Erste ist schon schlimm genug, doch Letzteres ist für mich der springende Punkt. Man spricht von einem “Bruch” des Verhälnisses zum Blatt. Ist es nun schon soweit, dass ein Bundespräsident auf das Wohlwollen einer suspekten Gazette angewiesen ist? Gibts beim Votum zum nächsten Staatsoberhaupt einen Coupon zum ausschneiden mit dem man dann auch noch günstig ein Sixpack erwerben kann?
Ich weiß nicht, was der Deal mit Bild war, aber irgenwie scheint Wulff nicht mehr so zu funktionieren, wie Springer es will. Und demnächst könnte die Zeitung über irgendwelche Muttermale seiner Frau berichten. Noch sonnt sich Bild als Opfer eines Angriffes auf die Pressefreiheit, aber sie werden bald wieder in die Offensive gehen und ihre Leserschaft mit den wirklich wichtigen Fakten versorgen.
Aber Wulff hat es so gewollt, er hat den Pakt eingangen. Ein Bundespräsident, welcher auf eine Allianz mit Bild angewiesen ist, kommt für mich nicht in Frage, da ist die Grenze zur Aversion bei weitem überschritten.
Gehen Sie!